Let’s do a Drag Race!

von alexandreandhephaistion

BildWie queer.de berichtet (http://www.queer.de/detail.php?article_id=19824), ist eine deutsche Version von RuPauls TV-Drag Queen-Contest geplant. Ein Pressesprecher sagt: „Mit den Olympischen Spielen in Sotschi ist Homosexualität ein großes Thema. Das Interesse ist da!“

RuPaul scheint ja überall mit dabei zu sein, und wenns auch nur die Eröffnung eines Briefkuverts ist. Zu diesen Plänen kann man salopp sagen: Die Schwulen verarschen sich mal wieder munter selber. Gepflegter ausgedrückt ist diese Darstellung von (männlicher) Homosexualität heteronormativ, heterosexistisch und homophob to the core. Schon Bruce Bawer bemerkte in seinem immer noch empfehlenswerten Grundlagenwerk „A Place at the Table“ (1993), Drag Queens seien die ultimative Darstellung von homosexuellen Männern als absurde, groteske Figuren. In der Tat wird hier doch das Bild vermittelt, Männer, die auf Männer stehen, seien eigentlich Frauen, heimlich Frauen, wären eigentlich gerne Frauen, hätten gar kein definierbares Geschlecht etc. Alles Vorurteile so mancher Heteros. Zudem ist aber das Bild von Weiblichkeit, das diese Drag Queens vermitteln, im Grunde genommen sehr männlich, denn es sind meistens „Frauen“, die (sexuell) aggressiv und plakativ hyper-feminin sind. Eine echte Frau würde sich nie so geben, und Frauen würden auch wohl andere Frauen nicht so „erschaffen“.

Jack Donovan, dessen Schriften wie „Androphilia“ ich wirklich jedem nur ans Herz legen kann, erlebte in seinem früheren Leben u.a. als schwuler GoGo-Tänzer Drag Queens oft am eigenen Leib und beobachtete, dass dies psychisch oft auffällige Menschen seien, die recht problembeladen durchs Leben gingen. Bei Olivia Jones glaube ich das sofort ;o).

Natürlich folgen Shows wie diese nur dem allgemein Trend zur Trash-Kultur im Fernsehen. Aber ist es nicht schauderhaft, dass Liebe und Sexualität zwischen Männern bei diesem Ramsch mitverwurschtelt wird?

Und ganz ehrlich: Drag Queens sind meistens nicht schön. Die „Künstler“ müssen irgendwie einen innerlichen Drang haben, jemand anderes sein zu wollen und sich zu verbergen hinter einer lauten, selbstbewussten Maske. Schade eigentlich, denn heute tragen doch so viele Leute irgendwelche Masken. Seien wir doch wieder mehr wir selbst!

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