Queer.de: Unsere Meinungsfreiheit ist uns sehr wichtig!

von alexandreandhephaistion

queer.de-schwul-informiert-Das deutsche Portal queer.de wird ja gerne mal als die „schwule Bild-Zeitung“ auf Blogs betitelt und wird dieser Bezeichung auch leider gerecht, was das Niveau der Berichterstattung und der (Stamm-)Leserschaft angeht, schließt man aus den vielen Kommentaren. Will man(n) dort selber auch mal kommentieren, wird einem freundlich mitgeteilt, die Meinungsfreiheit sei dem Team von queer.de sehr wichtig, aber dennoch müsse man Kommentare vorher redaktionell überprüfen. Das ist durchaus verständlich, sollen nicht verschrobene, frustrierte Hobby-Neonazis ihren Müll regelmäßig unter die Artikel setzen.

Leider verkommt diese Redaktion aber auch gerne mal zur Zensur unerwünschter Meinungen. Wurden meine Kommentare (als „Ferrante“), sobald sie zu kritisch oder zu sehr gegen den „schwulen“ Strom waren, regelmäßig unter den Tisch fallen gelassen, durfte hasserfülltem Gepöble (auch gegen mich, „Was willst du hier, du Hetero/du Hetero-Schwuler?“, „Verzieh dich“, „du homophober Klischee-Hetero“ etc. und ärger) freier Lauf gelassen werden, auch wenn es besorgniserrengede (links-)extreme oder fast schon terroristische Züge zeigt. Hier ein paar unfreiwillig komische Kostproben:

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #15 von Yannick


es geht denen nicht um natürliche vorgänge, es geht um deutungshoheit!
Dies durch zu setzen brauchts oft auch hass und indoktrinäre gewalt.

insofern, @wahlversprechen hat da völlig recht, wir haben nicht ein einzig wirklich umfassendes-funktionierendes gesetz gegen hassverbrechen und insbesondere keines gegen hassrede!
Wir waren damit beschäftigt die prozedere für partnerschaftsverträge höher zu stellen als den öffentlichen schutz vor hinterfotzigen denunzianten&lügnern…

Die strategie übrigens die die rechte und religiösen nun anwenden ist eine erprobte, von göbbels in den späten 20zigern des letzten jahrhunderts entwickelte taktik der „konzentration der kräfte“.
Man erkennt, dass man nur mit ständigen wiederholungen an zuvor angetesten und als besonders anfällig erscheinenden orten/städten, mit ein und der selben angriffsebenen, auf dauer resonanz in der schweigenden bevölkerung bekommt.
Wächst da die anzahl der demomitläufer, wächst auch die anzahl der still unterstützenden, damit aber auch die bereitschaft derer, auch mal an solchen umzügen teilnehmen zu wollen.. ein schneeballsystem…

Die taxim-maidan und sonstigen plätze, drücken dieses system ebenso aus: das fokusieren und mobilisieren weniger auf einen platz macht mehr her ,als wenn im land ständig hundert einzeldemos mit dreißig-vierzig leute maximal die herrschenden & ihrer medien zum lachen bringen.

Bezogen auf uns dies eines der gravierenden probleme des lsvd!
Das mag ja dann bundesweit insgesamt 1000 freiwillige auf die strasse bringen und ist ehrenwert gemeint , aber politisch unsinnig und teils sogar kontraproduktiv.
Man schämt sich geradezu, wenn in berlin der bundesweite verband mal gerade 30 leute auf die beine bringt …

Andererseits: die zentralisierungsbestrebung seitens der recchtskoalitionäre zwingt auch uns, zu deren auftritte massen zu mobilisieren.
Das kann man nicht den paar stuttgartern allein überlassen. Da müssen andere organisationslösungen her die ganze zonen mobilisieren können!

Woher nehmen wenn nicht im trüben fischen…
Wohin sind die tausenden schwuppen verschwunden die sonst zu schwulen feiertagen hoch auf den regenbogen geschmückten festwagen von „becks-bier liebt euch alle“ so frei sind, der heteronormierten welt die stolzentblößte brust zu bieten…
Warum seh ich nicht wenigstens eine menge entblößter ärsche die den madonnenbrünftigen -teiggesichtigen familienfreaks entgegen gehalten werden…

Vieleicht wohl, weil zwischen deren vorstellung von familie und derer vieler unserer mit-brüder&schwestern, kein allzugroßer unterschied mehr besteht, es also doch „nur“ ein vermittlungsproblem zu lösen gilt, wie manche hier immer noch annehmen

Manchmal so im stillen denk ich mir: wir sollten wenigstens eine eintrittskarte für csd und schwul-lesbische stadtfeste einführen..; teilnehmen darf nur , wer auch an demos, und an sonstigen aktivitäten bereit war teil zu nehmen.
Ein versuch, „spreu vom weizen zu trennen“.
Die auseinandersetzung was spreu, was weizen, inhaltlich wohl in zukunft notwendig sein wird, um allen hier bewusst zu machen was für uns auf dem spiel steht.

Der „Kampf“, der hier hysterisch und mit skurrilen Freund/Feindbildern inszeniert wird, findet wohl zunächst mal in der Psyche des Schreibers statt – inklusive des Kampfes mit der deutschen Sprache. Wenn Leute, die ich gerne als „Fundi-Schwule“ bezeichne, aber so auftreten, darf man sich nicht wundern, dass Feindbilder wie die der aggressiven und gesellschaftsunterwandernden „Homo-Lobby“ entstehen.

Unfreiwillig komisch sind auch die vielen fanatischen Hobby-Atheisten (wahrscheinlich Opfer von spirituellem Missbrauch) unter den Kommentatoren:

Von Defragmentierung
Aus Berlin
Mitglied seit 19.01.2014
Antwort zu Kommentar #5 von paren57


Religion ist per se pathologisch.
Darüber hinaus gibt es so etwas wie „christliche Gebote“ oder „Gott“ nicht. Weder im soziologischen noch im kulturellen und erst recht nicht im historischen Kontext.
Dies zu relativieren spielt nur den Tätern in die Hände.

Dieser hier drückt sich aber noch harmlos aus, es geht auch noch viel ärger:

In der Psychologie nennt man Leute wohl paranoid, die an ein unsichtbares, allmächtiges Wesen glauben, welches sie ständig beobachtet und nach Gutdünken bestrafen oder belohnen kann.
Klar ist Religion eine Geisteskrankheit. Daran besteht für mich kein Zweifel und es ist mir auch ziemlich egal, ob ich die Gefühle von irgendwem damit verletze. (Harry1972)

 

Oder:

Ich zumindest […] sehe jede Art “Gläubigkeit” als schwere psychische Störung. Wenn Erwachsene Befehle von einem eingebildeten Gott entgegennehmen, damit Zwiesprache halten und ihm huldigen (oder wie bei der römisch-katholischen Sekte rituell Menschenblut trinken und Menschenfleisch essen), dann ist das mMn durchaus tief gestört. (usererer)

Kluge, reflektierte Kommentare werden gerne niedergepöbelt oder anderweitig gehatet, auch, wenn die Schreiber nicht der „richtigen“ politischen Partei angehören. Toleranz/Akzeptanz und Meinungsfreiheit, auf die sich solche Leute gerne berufen, gelten offensichtlich nur für sie. Das ist allerdings typisch für Extremisten, hier wohl in der Form von Linksextremismus, der sich leider des Themas „gleichgeschlechtliche Liebe“ „angenommen“ hat. Wie bei jeder Form von (politischem) Fanatismus geht es hier allerdings unter der Oberfläche nur um das Durchsetzen von bestimmten Ideologien und nicht um Sache, Inhalt oder den Menschen an sich. Somit tun diese linken politischen Kräfte homosexuellen Menschen eigentlich einen Bärendienst an, wenn in der öffentlichen Wahrnehmung diese Partnerpräferenz dann mit derartigen Einstellungen verknüpft wird. Symptomatisch dafür ist, wenn auf queer.de gerne Stimmung für Promiskuität, Boylovertum und Analverkehr gemacht wird, gerne auch auf irgendwelche assligen Parkplätzen, in Spelunken etc. Höhepunkt meiner Meinung nach waren Werbeartikel für „Fickstutentreffs“ und „Fisting für Jugendliche“. Diese Fundi-Homos meinen, die Welt drehe sich nur um sie und ihre Sexualität, die auch das einzige ist, das sie als Person ausmacht, alles und jedes wäre homophobe, heterosexistische Diskriminierung, es gäbe in Deutschland keine Probleme außer ihren, und sie hätten die Deutungshoheit gepachtet. Gerne reden sie auch von „wir“ und „uns“, denn wenn man auf das eigene Geschlecht steht, ist man Mitglied in einem geheimen (Klon-)Club, dessen Mitgliedsausweis, diese hässliche Regebogenflagge, man auch überall herzeigen/schwingen muss, sonst steht man nicht zu seiner Sexualität.

Das sind Wesenszüge, wie sie sonst (Klein-)Kinder oder Teenager an den Tag legen, und in der Tat habe ich ja hier schon mal erwähnt, dass die Menschen, die sich in der Schwulenszene und im -aktivismus gerne lautstark rumtreiben, meist stark traumatisiert oder anderweitig psychisch belastet/labil scheinen (dass man in einer Schwulenbar gerne mal das Geschlecht des Gegenübers nicht feststellen kann, spricht hier meines Erachtens nach schon für sich), was beispielsweise ihre extreme Interpretation von einfach nur abweichenden Meinungen oder einfach von Maskulinität/Integration/Normalität/Konservativität als Angriff erklärt.

Anstatt hysterische Kämpfe um die Homo-Ehe und schrille Paraden zu inszenieren, sollten diese Menschen zuerst einfach mal platt ausgedrückt lernen, mit sich selbst klar zu kommen, und an sich selbst und ihren Minderwertigkeitskomplexen/Depressionen etc arbeiten. Deshalb wurde in den Kommentaren wohl auch an der netten #Mundpropaganda-Kampagne teilweise larmoyant herumgemäkelt, symptomatisch fand ich beispielswiese diese überkandidelte Bloggerin (http://breakingthewaves.net/2013/12/16/queer-ally-for-the-straight-gq/). Das Problem taucht aber bei vielen solchen „Kämpfern“ für Feminismus, Gender-Ideologie etc auf. (Feminismus halte ich mittlerweile pauschal gesagt eh nur mehr für eine Spielwiese von Frauen, die im Grunde genommen mit sich selbst nicht klar kommen und deshalb Männer abwerten und „weiter haben“ wollen. Für Gender können sich wohl eher Leute begeistern, die Probleme mit ihrer eigenen Geschlechtsidentität haben.)

Zum letzteren hier eine erhellende Reportage (http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-kulturelle-unterschiede). Allerdings hat eine kritische Bloggerin dazu (http://watch-salon.blogspot.de/2013/07/schlecht-schlechter-martenstein.html) auch meiner Meinung nach recht, wenn sie über Studien zu Geschlechtsunterschieden schreibt:

[…] Nämlich dass es sich sehr oft um methodisch mangelhafte Studien handelt oder dass korrekte Studien überinterpretiert wurden, um Geschlechterstereotypen zu bedienen.

Das lässt sich leider auch über viele Studien speziell zu homosexuellen Menschen sagen – siehe Richard Isay, beispielsweise. Mittlerweile glaube ich, diesem Thema widmen sich meistens eh nur Teilzeit-Forscher mit dubiosem ideologischem Hintergrund oder zu viel Zeit. A case in point sind Simon LeVay, Dean Hamer oder Wilson/Rahmans „Born Gay“ (2004).

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