Hagen Rether, der klimpernde Demagoge

von alexandreandhephaistion

Gestern durfte ich Hagen Rether live zum ersten Mal erleben. Um in seinem Sprachniveau zu bleiben, der Lutscher ist doch breit, oder?

Faszinierend ist, wie ein Kabarettist als linksextremer, PC-moralinsaurer Hassprediger auftreten kann und in ohnmächtiger Wut seinen Kult der Schuld (der anderen) mit pauschalen, einseitigen (Grünen-)Stammtischargumenten ungestraft an einem Publikum auslassen darf, inklusive Dauer-Werbeeinschaltungen für bestimmte Fernsehsender und fleischlose Ernährung.

Von Männern platt propagierter Feminismus (Frau sein = unschuldiges Opfer sein, Mann sein = böser Täter sein) ist mir ebenso zuwider wie ein Rundumschlag gegen alle Religionen mit den Argumenten uninformierter Teenager. Nur das Judentum blieb ungeschoren, wir sind ja politisch korrekt!

Wer außerdem ernsthaft Menschen über ihre sexuelle Orientierung zu definieren scheint und dann noch „die Schwulen“ alle in einen Topf wirft und als Dauer-Opfer der Nation inszeniert, weil „sie“ sich von Angela Merkel bessere Antworten als der Rest der Nation erwarten dürfen bei Pressekonferenzen beispielsweise, ist eigentlich als homophob zu bezeichnen.

Ist außerdem ein Kabarettist ernst zu nehmen, dem es nicht einmal möglich ist, sich in seinem eigenen Programm an ein widerspruchsfreies Konzept zu halten? Beschwerte sich Herr Rether am Beginn der Veranstaltung sicher zu recht über larmoyantes Wutbürgertum, enpuppte er sich selbst im Anschluss an einen larmoyanten, eitlen Marktschreier auf dem Platz der selbstverliebten Moralapostel. Auch sein Deutsch klingt gerne mal merkwürdig, in seinem ständig betriebenen Kult der Schuld (der anderen) können aber alle anderen kein ordentliches Deutsch, und sie wagen auch noch, sich darin über andere, zB Immigranten, zu beschweren.

Der Abend bot einen unschönen, deprimierenden Einblick in den Gemütszustand eines ohnmächtig wütenden, depressiven Menschenhassers, der in der für diese Erkrankung typischen Manier überall paranoid Verrat, Dummheit, den baldigen Weltuntergang und Boshaftigkeit wittert.

Leider muss ich schlussendlich ihm dasselbe attestieren, verriet er doch auch das Kulturgut des Kabaretts. Wir haben schon genug Thilo Sarrazins und neuerdings seinen türkischen Mitbruder und jetzt einen wütenden Essener in Deutschland.

Linksextremismus ist nur die andere Seite der Medaille. Herr Rether fordert: „Lasst endlich die Frauen und die Schwulen in Ruhe!“, eigentlich sollten aber die extremistischen, missioniarischen Parolendrescher uns und vielleicht sogar insbesondere Frauen und homosexuelle Männer endlich in Ruhe lassen und nicht zu austauschbaren Vehikeln für ihre Ideologien funktionalisieren.

Im Publikum tuschelte man häufig, „Ist der schwul?“. In der jugendlichen Bedeutung des Wortes sicher!

„Das ist doch gruselig!“HReth2
 

 

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